Hallo Wolfgang, hallo Klaus. Hoffentlich seid ihr gut ins neue Jahr gestartet. War die lange Winterpause nach dem ersten halben Jahr als gemeinsame Verantwortliche der ersten Mannschaft schon notwendig?

Wolfgang: Die Winterpause kam für mich persönlich eigentlich etwas zu früh. Ich persönlich hätte noch etwas weiter machen können, da ich ja zuvor eine lange Pause hatte. Also ein Spiel hätte ich noch vertragen können.

Klaus: Ja, nach dem emotionalen Spiel und der kleinen Euphorie am Ende war es wirklich fast schade, dass wir das nicht mit in weitere Spiele nehmen konnten. Aber ich denke nach dem harten Jahr war die Paus jetzt dann schon angebracht und verdient. Und so war es ein gutes Gefühl am Ende und eine jetzt eine gute Ausgangslage.

Wie ist denn euer Fazit zum Winter und welche Ziele sind für die Rückrunde gesetzt?

W: Wir sind schon im Soll, aber es reicht sowohl hinten und vorne nicht um zufrieden zu sein. Wir wollen unsere Position schon festigen und müssen jedes Spiel an unsere Grenzen gehen. Über den Kampf und die Körperlichkeit haben wir oft gezeigt, dass wir punkten können.

K: Wir sind natürlich immer noch näher an den hinteren Plätzen, als an den vorderen. Aber zum Ende haben wir gut punkten können. Aber ärgerlich ist es schon auch, wenn man sieht was wir an Punkten liegen gelassen haben. Wir haben eigentlich schon zu wenige Punkte gesammelt.

W: Und so schnell wie uns die Punkte uns jetzt von ganz hinten wieder weiter nach vorne gebracht haben, können sie uns auch wieder nach hinten bringen. Wir müssen schon schauen, dass wir gleich weiter punkten wieder. Wir können uns natürlich vielleicht nun noch ein bisschen besser auf die meisten Gegner einstellen.

Wie geht es bei mit euch und der Mannschaft im Sommer dann weiter? Gibt es schon Pläne?

W: Ich möchte mit der Mannschaft schon auf jeden Fall weiter kommen, ich bin nicht zum Blödeln hier. Ich habe aber wirklich auch keine Ambitionen irgendwo anders hinzugehen. Es ist auch echt richtig schön hier.

K: Und ich habe ja mittlerweile wirklich gesagt, dass ich mein „Schicksal“ schon an Wolfgang mit knüpfe. Ich dränge mich auch künftig sicher nicht auf, aber würde schon auch gerne weitermachen.

Was hat euch denn bisher so gar nicht gefallen im ersten halben Jahr?

K: Hm, als ausnahmslos gar nicht gefallen, da fällt mir nichts ein.

W: Ein bisschen die Gruppenbildung in der Mannschaft. Und der Zynismus mit dem manchmal untereinander gesprochen wird.

K: Es sind letztendlich wirklich alles feine Jungs.

W: Ja, das stimmt. Wir machen auf dem Platz oft auch mal sehr unüberlegte Dinge, aber das sind alles Sache an denen wir arbeiten können. Und wir mussten noch nie die Jungs in den Senkel stellen, also alles gut.

K: Wir versuchen die Jungs auch wirklich immer dabei zu halten und das klappt bisher sehr gut.

Schlicker & Lutz

Schlicker (links) und Lutz (rechts) beim Derby gegen den ESV Flügelrad.

Gab es schon so etwas wie ein Highlight der Saison für euch?

K: Also für mich natürlich der Derbysieg gegen Flügelrad. Und mit genau diesen Rahmenbedingungen dazu auch noch, das war schon echt noch das I-Tüpfelchen.

W: Für mich wahrscheinlich die Ein-heiten mit 30 Mann im Training (lacht). Nein, ich glaube schon auch, dass dieses Spiel gegen Flügelrad wirklich schon ein Highlight war.

Wie verläuft denn die Arbeit zwischen euch beiden als Trainer und Co-Trainer?

W: Die Trainingsspiele gewinnt immer er (beide lachen).

K: Ich bin sicher vorrangig erstmal Unterstützer für Wolfgang. Und ich habe auch, trotz meiner eigenen Erfahrung auch schon wirklich viel selbst lernen können.

W: Also ich denke auch, wir haben ein absolut gutes Miteinander. Ich würde es fast schon als harmonisch bezeichnen. Es keinerlei Störfeuer oder sonst irgendwas. Wir finden auch oft gute, gemeinsame Lösungen.

K: Und wir sind auch oft im Vorfeld schon einer Meinung. Also wenn wir sonntags vorm Spiel telefonieren und Fragen besprechen, da sind wir meisten bereits zuvor einer Meinung und sehe die Dinge gleich.

W: Und für mich ist es auch wirklich viel wert, jemanden bei mir zu haben, der den Verein und die Mannschaft schon so gut kennt.

Was müsste aus eurer Sicht passieren, damit man mit unserer Ersten mal im Aufstiegsrennen mitmischen könnte?

W: Wir müssen uns noch viel mehr auf das Fußballspielen fokussieren und brauchen noch mehr Akribi. Wir müssten auch noch viel aggressiver werden und besser im Zweikampf und Umschalten werden. Und natürlich brauchen wir auch noch die ein oder andere Verstärkung. Gerade junge, unbedarfte Spieler die vielleicht auch mal was Individuelles machen können uns sehr weiterhelfen.

K: Du musst auch einfach mal in einen gewissen Flow kommen und von den ersten paar Spielen in einer Saison punkten. Danach gewinnt man auch mal ein paar Spiele, die man sonst nicht gewinnt.

Wenn ihr eine Prognose für die Rückrunde abgeben müsstet? Wie sähe die aus?

W: Wir halten die Liga. Und erreichen absolut unser Saisonziel.

K: Das unterschreibe ich auch.

W: Und wir bleiben im Mittelfeld.

K: Und ich würde sagen oder mir wün-schen, dass wir drei Punkte mehr holen als in der Hinrunde. Ich lege mich jetzt fest: wir holen am Ende 39 Punkte.

FELIX STEINBACH